Hallo und Humppa,
gefahrene Kilometer heute: 640 km
gefahrene Kilometer gesamt: 3502 km
wir sind inzwischen wieder zurück in Deutschland. Alle sind wohlbehalten und unbeschadet angekommen. Keine neuen Kratzer an Mensch und Maschine. Was mich mit einem neuen Motorrad schon sehr geärgert hätte.
Ingesamt stehen 3.500 Kilometer in den letzten acht Tagen auf der Uhr. Da sind wir schon umfangreicher gefahren, aber im Schnitt knappe 450km am Tag sind auch nicht so schlecht. am wichtigsten aber war, dass es eine sehr gut Tour und sehr gute Strecken gewesen sind.
Vor allem muss man sagen, dass wir eigentlich sowas von Glück mit dem Wetter gehabt haben … Da sind wir vor allem in Schottland schon deutlich schlechter davon gekommen. Es gab zwar immer mal wieder Regen, aber wir sind nie richtig rein gekommen. Mal haben wir ein paar Tropfen abbekommen, aber wir mussten nie die richtigen Regenklamotten anziehen. Die Straßen waren häufiger nass, also hatten wir gerade den Regen verpasst. Und gestern haben wir gerade rechtzeitig angehalten, sodass wir uns für eine Stunde unterstellen konnten und dann eben einfach früher ein Hotel gesucht haben.
So hatten wir wirklich sechs richtig gut Tage, mit spannenden Routen und sehr schönen Gegenden. Ich hatte es schon erwähnt, gerne mal hinfahren und besuchen. Es ist schön da ( dies ist keine bezahlte Werbung ).
Nachdem wir gestern noch das Unwetter abbekommen haben, also zumindest erlebt haben. Ging es schneller als geplant ins Hotel. Heute Morgen ging es dann nur noch auf dem schnellsten Wege in die Heimat. Das waren noch ein paar letzte sehr schöne Kilometer durch Polen und dann auf die Autobahn.
Die Temperaturen war nicht ganz so hoch, wie die letzten beiden Tage. Aber die 30°C haben wir schon noch geknackt. Das ist auf den zubetonierten Straßen der Autobahn noch deutlich unangenehmer als im Schatten im Wald. Erst Recht wenn man dann noch in den ein oder anderen Stau gerät.
Am Ende sind wir dann aber heile und unbeschadet wieder angekommen. Wir hatten keinen einzigen Ausfall, Unfall, Schramme oder auch nur Motorrad auf die Seite gelegt. Na einen halben Ableger aus dem stehen vielleicht. Aber es gab zumindest während der Tour keinen Materialschaden. Das hatten wir auch lange nicht mehr. Dass wir nicht mal den Kleber rausholen musste.
Wir hätten für Lars Stiefel nochmal den Kleber rausholen können. Die sollten nämlich eigentlich neu kommen. Aber die neuen Stiefel kamen dann erst während der Tour zu Hause an. Rechtzeitig genug für die nächste Tour. Die es sicher geben wird. Aber noch gibt es keine genauen Pläne oder Überlegungen.
Und das waren dann jetzt auch meine ersten 4.000 km auf der Yamaha Ténéré 700 Rally 2026.
Die Ténéré ist eine extrem unwirtliche und abgelegene Sand- und Kieswüste im südlichen Teil der Sahara im Niger. Der Name Ténéré stammt aus der Sprache der Tuareg, einer Volksgruppe in der Sahara. Er bedeutet übersetzt so viel wie „Wüste“, „Einsamkeit“ oder „die Wüste der Wüsten“.
Solche Rally Strecken sind wir noch nicht gefahren. Wir hatten eigentlich nur festen Untergrund. Ein paar mal hatten wir wirklich miese Straßen. Das erinnerte schon an Rumänien – Löcher in denen Kinder verschwinden. Auf solchen Strecken merkt man auch schon den Vorteil von einer guten Vordergabel.
Aber ich muss auch sagen, selbst wenn es noch nicht hardcore Enduro gewesen ist. Ich mag die Maschine sehr. Ich muss mich noch an den Blinker gewöhnen. Da fand ich mein altes Prinzip besser – einen Schalter für Links, einen für Rechts und einen für Neutral, der beide Richtungen wieder nullt. Hier muss man den jeweiligen Schalten nochmal betätigen. Was aber nur klappt, wenn man vorher auch wirklich voll gedrückt hat. Wenn man den Blinker nur antippt, dann blinkt sie drei mal. Tippt man vorher nochmal zum deaktivieren, dann blinkt es weiter. Da sind die Druckpunkte noch Übungssache.
Wenn ich irgendwann durch die Wüste Rally fahren will, dann brauch ich trotzdem noch 5cm mehr Lenkerhöhe. Bei meinen 1,97m reicht das noch nicht in der Standardausführung. Aber es ist kein Vergleich zu meiner alten Kawa Versys. Jetzt kann ich mal im Dorf eine Runde stehend fahren und den Allerwertesten entlasten.
Der machte sich dann auch doch irgendwann bemerktbar. Die Sitzbank ist schmal und eher fest. Der schmale Schnitt passt aber sehr gut. Im Stand an der Ampel ist das Motorrad super für meine Größe. Und auch der Kniewinkel ist sehr angenehm. Nach der Woche habe ich meine Knie nicht bemerkt. Das war früher auch schon anders.
Lastwechsel muss ich noch üben. Ich fahre grundsätzlich sehr niedrig tourig durch den Ort. Vierter oder bei mir auch eher fünfter oder sechster Gang im Ort geht nur sehr gleichmäßig. In den unteren Touren ruckelt es sonst bei Lastwechseln. Das ist eine Sache der Übung. Wobei ich durchaus sagen muss, dass die CFMoto die ich zu einer kleinen Probe hatte, echt super weggeregelt hat.
Die 16 Liter Tank. Bei den normalen Touren-Strecken war das kein Problem. Einmal am Tag tanken und wir sind super damit ausgekommen. Laut Hersteller liegt der Verbrauch bei 4,2l auf 100km. Bei den normalen Touren über Land und Wald die Berge rauf, lag ich unter 3,9l auf 100km. Als kombinierten Verbrauch für die gesamte Strecke ( 3.500km, 1.000km davon Autobahn ) gibt mir die Maschine aktuell 4.0l auf 100km aus. Für lange Strecken sind die 16l eher noch nicht sooo geil. Wenn du auf der Autobahn schon alle 250km tanken musst – das würde ich gerne noch verbessern.
Noch eine Enttäuschung ganz zum Schluss: Ich hatte gar kein Softeis mehr. Scheiße.
Insgesamt: Ich liebe die Maschine und freue mich auf die nächste Tour. Die kommt bestimmt.
cheers.
Sebastian

